Food Reise

Floatingmarket Banjarmarsin

Banjarmasin, Süd-Kalimatan (Borneo) 4:30 Uhr: Das Iphone sagt es ist soweit, ein Original Floating-Markt steht auf dem Programm. Die sonst so quirlige Stadt schläft noch und wir treffen uns um 5:00 Uhr mit unserer Kellnerin aus dem Hotel. Lia wartet auf uns in einer Seitenstraße, damit ihr Chef nichts mitbekommt. 300.000 IDR kostet unsere Tour, 100.000 günstiger als vom Summer Bed and Breakfast offeriert.

Wir machen uns mit einem leicht konspirativem Gefühlt auf den Weg. Wie versprochen winkt Lia uns vom Kai aus zu. Ihr roter Pullover leuchtet. Auch das Boot samt Kapitän steht bereit. Alles basierte auf einer losen Zusage im Hotel. Ob Lia auch erleichtert war, als wir erschienen sind?

Wir besteigen unsere Nussschale und schippern den S. Martapia entlang. Das Flussbett ist nebelverhangen. Es ist erstaunlich kühl. Wir haben kein Licht an Bord und fahren in die Dunkelheit. Gelegentlich tauchen andere Boote aus dem Nichts auf, ziehen knatternd an uns vorbei. Das Ufer ist gesäumt von Holzhütten und Blechverschlägen. Der Muezzin ruft durch den Nebel zum Morgengebet.

Der Fluss erwacht, Menschen waschen sich mit seinem Wasser, daneben begehen andere ihre Morgentoilette. Langsam geht die Sonne auf und die Szenerie wirkt mystisch. 1h mit dem Boot dauert es bis nach Lok Baintain, der Ort, an dem sich der Markt jeden Morgen formiert. Als wir ankommen, sind wir die einzigen und gerade noch pünktlich. Kurze Zeit später lassen sich durch den Nebel vereinzelt winzige, mit Früchten beladene Boote erkennen. Die Eigentümer der Boote wirken mit ihrer Kleidung und Kriegsbemalung (Sonnenschutz) wie aus einer anderen Welt, fast schon gespenstisch. Der Markt beginnt!

Langsam vereinen sich immer mehr Boote zu einem Knäul und wir mittendrin. Es gibt Mangos, Bananen, Kokosnüsse, Fisch und viele uns unbekannte exotische Früchte. Aus einem Boot wird Kaffee verkauft, ein anderes versorgt uns mit Pfannkuchen. Waren wurden bis jetzt nur für den Eigengebrauch verkauft. Wir sind weit und breit die einzigen Weißen und bis dato die größte Attraktion. Wir treiben mit der Strömung des Flusses und beobachten den Kaffeeklatsch der Bäuerinnen.

Langsam treffen größere Boote ein. „Das sind die sogenannten „Buyer““, erklärt uns unser Guide Lia. Die Boote gesteuert von Männern werden umgarnt von den kleinen Booten, welche ihre Waren anpreisen. Unter dem kritischen Blick von Buyer-Frauen wechseln ganze Körbe mit Früchten den Beisitzer und werden später auf den Großmärkten der Stadt verkauft.

Die Sonne ist mittlerweile voll aufgetaucht und wir sechs Kilometer mit dem Markt den Fluss entlang getrieben. Wir verlassen die Szenerie zurück gen Stadt und schleppen einige kleine Händler ab, welche nur über Ruderbote verfügen und sonst gegen die Strömung ankämpfen müssten.

Der Heimweg ist gesäumt von „Hello Mister“ und freundlich winkenden Menschen, welche am Fluss und mit dem Fluss leben. Der S. Martapia ist leider ein einziger Müllhaufen und doch Lebensraum für so viele Menschen, welcher nicht respektiert wird. Wir treffen auf ein Müllboot, welches mit einem Förderband den Müll aus dem Fluss fischt. Klares Ziel ist aber nicht die Müllbeseitigung, sondern mit ausgewählten Rohstoffen wie Aluminium etwas Geld zu verdienen.

Gegen 09:00 Uhr sind wir wieder an unserem Anleger. Der Lok Baintain ist sicherlich einer der authentischen Floating-Märkte und als Zugabe lässt sich außerdem das eindrucksvolle Leben am Fluss aus nächster Nähe erleben. Eine tolle Erfahrung!

Wer möchte kann Lia kontaktieren, lia.sadega@gmail.com, wir haben es nicht bereut.

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