Getränke Reise

Stunde der Pelikane in Tulum oder ein Hoch auf die Cocktailstunde

TULUM MEXICO

Stunde der Pelikane in Tulum, Mexiko

Sie beginnt, wenn die Sonne gerade untergegangen ist: Die Stunde der Pelikane. Der Himmel verfärbt sich rosa-lila-hellblau-pastellig und die Pelikane schwingen sich durch die Lüfte. Glücklich der, der das Treiben wie wir von einem Ausblick beobachten kann, aber noch glücklicher der, der die Tragweite des Moments erfasst. Die rosa Stunde ist ein Übergangsmoment der zelebriert werden will!

Wie so oft sind es ja gerade die Wechsel, die Veränderungen, die – groß gedacht – „rites de passages“, die das Leben abwechslungsreich und spannend machen. Und was liegt da nicht näher, als sich diese ausgiebig zu widmen? Unser Restaurant Momo Hoja in Tulum hat sich dazu etwas besonders reizvolles ausgedacht und direkt gegenüber der Treppe zum Ausblick eine kleine Cocktail-Bar aufgebaut. Mit Happy Hour von 16h bis 19h, versteht sich. Die Happy Hour ist natürlich auch zu anderen Zeiten willkommen, aber in der Stunde der Pelikane, dem Übergang vom Tag zum Abend, kommt sie besonders gelegen.

Tom Hodgkinsons erklärt dieses Phänomen in seiner amüsanten „Anleitung zum Müßiggang“ unter „6 Uhr abends: Erster Drink des Tages“ damit, dass Menschen einen wie auch immer gearteten Aperitif nutzen, um den Arbeitstag zu beenden und sich der Geselligkeit hinzugeben. Denn „das ist der Moment, in dem die Seele sich öffnet und uns das Bedürfnis zu plaudern befällt. Wir fühlen uns befreit. Nachdem wir den Tag damit verbracht haben, entweder in der Vergangenheit zu leben (Reuegefühle, Berichte) oder in der Zukunft (Ängste, Power-Point-Präsentationen), trägt uns der erste Drink des Tages in die Gegenwart: Wir werden Buddhisten.“

Unterwegs ist man natürlich selten mit „Arbeitssorgen“ konfrontiert. Aber mit einem bunten Schirmchendrink in der Hand lässt es sich besonders leichtfüßig innehalten, um den Erlebnissen des Tages Raum zu geben. So wird die Cocktail-Stunde zu einer Art von Stopp-Taste, durch die man den Tag bis ins letzte ausschöpfen kann. Cocktails sind dabei natürlich kein Muss (das wäre ja noch schöner) – aber ein Kann. Wer sich die Kulturgeschichte der Cocktail-Stunde anschaut, ahnt auch warum: Gemäß Hodgkinson hat sie sich angeblich in den 50er Jahren aus dem amerikanischem Trend entwickelt, ein Hauch Hawaii- und Südseefeeling in Form von „Tiki-Kultur“ bzw. „polynesischem Pop“ in den eigenen Alltag zu integrieren. Tiki-Cocktail-Schalen, Hawaiihemden sowie eingängige Musik waren dabei die Rezepte, um ein Stück Paradies auch zu Hause erlebbar zu machen. Aloha, davon könnten wir heute hin und wieder auch etwas gebrauchen!

Daher: Sie mögen zwar etwas aus der Mode gekommen sind, aber in ihrer Essenz haftet Cocktails immer noch einen Hauch von Südseezauber an (und wer einen in Tulum genossen hat, das Gefühl von Füßen im Sand und Pelikane in der Luft). Daher nur Mut, auch mal zu Hause einen bunten Drink zu bestellen. Oder anders: „Der Cocktail symbolisiert ein Wohlgefühl des Geistes, also träume all die Träume, die deinem Herzen am nächsten sind. Sie können wahr werden, und zu keiner anderen Zeit wird ihre Erfüllung so nah erscheinen. Denn dies ist die Cocktailstunde“ („CAD, The Lounge Artiste´s Guidebook“ zitiert durch Hodgkinson)

PS.: „Zombie“ war der berühmteste Cocktail der Tiki-Epoche, also kein Wunder, dass er zu einem Klassiker geworden ist.

PPS: Der Begriff „Tiki“ ist durch den Anthropologen Thor Heyerdahl bekannt geworden, der von Südamerika aus mit einem Kon-Tiki-Floß bis nach Polynesien gesegelt ist. Die spannende Geschichte der gesamten Expedition könnte Ihr übrigens im passenden im Buch nachlesen oder Euch bei einem „Fernwehabend“ als Film anschauen.

PPPS: Cocktails müssen nicht immer bestellt, sie können auch selber gemacht werden. Zum Beispiel einfach reife Erdbeeren mit Eiswürfeln im Mixer kleinmixen, etwas weißen Rum dazu, fertig und lecker ist der Daiquiri!

Strawberry Daiquiry

Strawberry Daiquiri nach eigener Rezeptur

 

 

 

 

 

 

 

 

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